FAIRbrauchen

I love FAIR

 

Essen, Klamotten, Handy, Urlaub – Wir konsumieren jeden Tag viel und gerne. Doch alles, was und wie wir konsumieren, hat für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die hinter den Produkten und Dienstleistungen stecken, Auswirkungen und Folgen. Wir möchten auf diese Folgen aufmerksam machen und zu einem kritischen und fairen Verbraucherhandeln anregen.

 

FAIRbrauchen - was soll das?

Das „FAIR“ in „FAIRbrauchen“ bezieht sich nicht nur auf den internationalen Handel, sondern auch auf die Bedingungen bei der Produktion, im Handel und im Verkauf sowie die ökologischen Auswirkungen. Wir wollen, dass Erzeuger/innen von Lebensmitteln und andere Produkten (z.B. Textilien, Elektroartikel uvm.) von ihrer Arbeit leben können und nichts unter menschenunwürdigen und gesundheitsschädigenden Bedingungen oder mit umweltschädigenden Anbaumethoden produziert wird.

 

Wichtig dafür ist es, faire Handelsbeziehungen zu schaffen, die eine angemessene

Entlohnung der lokalen Produzenten/innen auf der ganzen Welt garantieren, so dass diese sowohl die Produktionskosten decken, menschenwürdige Arbeitsbedingungen schaffen und halten sowie ökologisch nachhaltigen Anbau betreiben.

 

Da wir jeden Tag auf die ein oder andere Art und Weise konsumieren, können wir auch jeden Tag etwas tun, um das zu erreichen! Wenn wir bewusst und kritisch auswählen, was wir konsumieren und welche Dienstleistungen wir wahrnehmen, können wir eine Nachfrage erzeugen. Viele Nachfragen vermehren das Angebot eines bestimmten Produkts oder einer bestimmten Dienstleistung. So kann sich langfristig die Angebotspalette in die Richtung verschieben, die wir nachfragen.

 

Sich jeden Tag mit dem, was nun besser oder schlechter ist auseinanderzusetzen, kann anstrengend sein. Deshalb haben wir hier auf der Hompage ein paar Tipps und Orientierungshilfen speziell für den Kolpingjugendalltag zusammengestellt (und hier als pdf zusammengefasst).

Die Tipps orientieren sich an vier Handlungslinien: Was wir kaufen, soll regional, saisonal, ökologisch und fair sein. Hier die Erklärung dazu:

Regional, saisonal, ökologisch und fair

Regional und saisonal

Beim Kauf von Produkten aus der Region haben diese keine langen Anfahrtswege, sodass hier bereits jede Menge Energie gespart wird. Zudem kennt man vielleicht sogar den Produzenten und kann eine dezentrale Struktur mit kleinen Läden aufrechterhalten. Dies schafft oder erhält Arbeitsplätze vor Ort. Saisonal ist vor allem im Lebensmittelbereich entscheidend: Nicht alle Nahrungsmittel sind das ganz Jahr über reif. Wenn man seine Essgewohnheiten dem Rhythmus der Jahreszeiten anpasst, braucht man auch keine Äpfel aus Neuseeland oder dem Kühlhaus und keine Erdbeeren zu Weihnachten.[1]

 

 

 

Ökologisch und fair

Produkte, die ökologisch hergestellt sind, belasten die Umwelt und die Natur so wenig wie möglich. Um zu erkennen, dass ein Produkt ökologisch hergestellt wurde, gibt es eine Reihe von Siegeln und Zertifikaten. Bei manchen Herstellern kann man sich ebenfalls (auch ohne Siegel) darauf verlassen, dass ihre Produkte ökologisch hergestellt werden.[2]

Neben ökologischen Aspekten spielt die globale Gerechtigkeit eine große Rolle im fairen Konsum. Fair gehandelte Waren schließen die Ausbeutung von Angestellten, insbesondere von Kindern, explizit aus. Fairer Handel bedeutet auch faire Löhne für die Produzenten, die nicht nur die Produktionskosten decken, sondern auch Investitionen und menschenwürdige Arbeitsbedingungen garantieren und langfristige Handelsbeziehungen, die den Produzenten Sicherheit bieten.

Auch hier gibt es wieder ein relativ gutes Siegelsystem.

Was nicht in Siegeln wiedergegeben wird, für die Kolpingjugend aber auch zum Kriterium „fair“ gehört, sind die Arbeitsbedingungen in Handel, Verkauf, Dienstleistungsgewerbe oder Handwerk hier in Deutschland. Kritisch wird es beispielsweise dann, wenn die Schokolade mit dem Fairtrade-Siegel in einem Supermarkt verkauft wird, der seine Angestellten nicht gerecht behandelt. Oder der Friseur zwar mit Produkten arbeitet, die ökologisch und aus der Region sind, aber nicht von seinem Lohn leben kann. Bei manchen Handelsketten ist bekannt, wie sie mit Angestellten umgehen, bei anderen nicht. Also gilt es hier genau hinzuschauen.

 

 



[1] DPSG: Arbeitshilfe Kritischer Konsum, Herausgegeben vom Bundesarbeitskreis Internationale Gerechtigkeit der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg, 2009, S. 3.

[2] DPSG: Arbeitshilfe Kritischer Konsum, Herausgegeben vom Bundesarbeitskreis Internationale Gerechtigkeit der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg, 2009, S. 3.

 

Und wie?

Um es uns allen ein wenig leichter zu machen, fair zu konsumieren, hat die Kolpingjugend Bayern diese Infos hier auf der Homepage zusammengetragen (und hier als pdf zusammengefasst). Den Schwerpunkt haben wir auf all das gelegt, was uns für die Kolpingjugendarbeit wichtig ist.

 

Neben allgemeinen Infos zu den Bereichen „Verpflegung“, „Verkehr und Energie“, „Kleidung, Spielzeug, Geschenke“ und „Papier und Co“, findet ihr deshalb auch zu allen Bereichen Praxistipps für die Gruppenstunden, Zeltlager oder auch für euch privat. Eine gute Übersicht generell über Label, Siegel und Gütezeichen mit einer qualitativen Bewertung, wie empfehlenswert das Label ist, bietet z.B. www.label-online.de.

 

Zudem gibt`s hier Tipps, wie ihr günstig FAIRbrauchen könnt und natürlich auch zu jedem Thema einen kompletten Gruppenstundenvorschlag.

 

Lasst uns als Kolpingjugend ganz Bayern ein klein wenig FAIRändern! Der erste Schritt dazu ist auch nicht schwer – irgendwie einfach anfangen. Hier findet ihr viele Möglichkeiten bei uns, der Kolpingjugend selbst, zu beginnen!

Viel Spaß!

 

Eure Projektgruppe FAIRbrauchen

Julia, Katha, Teresa, Simone, Simon und Stefanie