Ideen für Gruppenstunden, Workshops, ...

Gruppenstundenvorschlag zu „Essen und Trinken“

Schokolade – selbst gemacht!

 

Teilnehmende: maximal 8, ab ca. 8 Jahren

Dauer: ca. 60 Minuten

Material:

  • 2 Töpfe (groß und klein)
  • Schüssel
  • Schneebesen
  • Waage
  • Mit Backpapier belegtes Backblech

Zutaten:

  • 50 g Margarine
  • 50 g faires reines Kakaopulver
  • 200 g Milchpulver
  • 125 ml faire Bio-Sahne
  • 50-100g fairer oder regionaler Honig

 

Fakten und Wissenswertes als Hintergrundwissen zu Schokolade könnt ihr auf der Seite www.fair4you-online.de finden: http://www.fair4you-online.de/cms/media//pdf/info_und_service/downloads/Schokofakten.pdf

 

Einstieg: Fairbrechen-Quiz

Als Einstieg würde sich das Quiz der Fairbrechen-Aktion des Bund der Deutschen Katholischen Jugend Bayern eignen. Das Quiz findet ihr hier: http://www.fairbrechen.de/uploads/media/FAIRBRECHEN_Quiz.pdf

 

Hauptteil: Schokolade machen [1]

Im großen Topf Wasser zum Kochen bringen. Wenn es kocht, den kleinen Topf in das kochende Wasser stellen (so dass kein Wasser in den kleinen Topf schwappt), mit mittlerer Hitze weiter machen.

Nun gebt ihr die Margarine in den Topf und wartet, bis sie flüssig ist.

In einer Schüssel vermischt ihr das Kakaopulver mit dem Milchpulver. Den kleinen Topf aus dem großen nehmen, den Herd abstellen und die Mischung aus der Schüssel in den Topf mit der heißen Margarine geben. Dann fügt ihr die Sahne hinzu. So lange mit dem Schneebesen rühren, bis sich das Kakaopulver, Milchpulver und die Sahne gut vermischt haben. Wenn sich die Masse noch nicht gut rühren lässt, noch ein klein wenig mehr Sahne dazu geben. Die Masse muss richtig geschmeidig sein und am besten auch ein wenig glänzen.

Zum Schluss den Topf aus dem Wasserbad nehmen und den Honig unterrühren (auch hier wieder viel und lang rühren, am besten darf jede/r mal ne Weile rühren). Schmeckt ab, ob die Masse schon süß genug ist, ansonsten noch etwas nachsüßen.

Die Masse am besten dick auf ein mit Backpapier belegtes Backblech streichen, und zum Auskühlen an einen kühlen Ort stellen.

Fertig!

 

Abschluss:

Zum Abschluss wird natürlich die leckere selbstgemachte Schokolade verköstigt. Euer Lieblings-Action-Spiel rundet die Gruppenstunde dann ab.



[1] Kolpingjugend Diözesanverband Rottenburg-Stuttgart: „Nachhaltig durch das Jahr – Unser Ratgeber für deinen Alltag“§, Herausgegeben von der PG Nachhaltigkeit.,2013. KW 48

 

Gruppenstundenvorschlag zu „Merchandising, Kleidung, Spielzeug, Geschenke“

 

Einmal um die Welt – die Jeans[1]

 

Einstieg: Der Weg der Jeans

 

Material:

Den unteren Text, eine Weltkarte und einen Stift.

 

  • Kasachstan: Hier fängt (z. B.) alles an. Die Baumwolle wird in großen Monokulturen (nur eine Art wird über Jahre angebaut, schädlich für den Boden, da dieser übersäuert und nicht mehr zu gebrauchen ist) angebaut. Sie wird von Hand oder mit der Maschine geerntet und anschließend zum Spinnen versendet.
  • Türkei: Hier wird in einer Spinnerei aus Baumwolle Garn gesponnen.
  • Taiwan: In der Weberei wird der Jeansstoff mit dem Baumwollgarn aus der Türkei gewebt.
  • Polen: Hier wird die chemische Indigofarbe (blau) zum Einfärben des Jeansstoffes produziert.
  • Tunesien: Hier werden das Garn aus der Türkei und der Jeansstoff aus Taiwan mit der Indigofarbe aus Polen eingefärbt.
  • China: Hier wird die Jeans zusammengenäht, mit Knöpfen und Nieten aus Italien und Futterstoff aus der Schweiz.
  • Bulgarien: Jetzt wird der fertige Jeansstoff veredelt, d. h. weich und knitterarm gemacht.
  • Frankreich: Jetzt bekommt die Jeans den letzten Schliff. Sie wird gewaschen, z. B. mit Bimsstein aus Griechenland oder der Turkei, wodurch sie den „Stone-washed-Effekt“ erhält.

 

Dauer: 15 Minuten

 

Durchführung:

 

  • Lasst die Kinder schätzen: Wie viele Kilometer legt eine Jeans von der Ernte der Baumwolle bis zu ihrem Verkauf im Laden zurück? (Antwort: Es sind mehr als 50.000 km).
  • Anschließend wird eine Weltkarte ausgebreitet und die vorbereiteten Karteikarten an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verteilt. Sie sollen nun gemeinsam herausfinden, wo der Weg der Jeans beginnt und wie er weitergeht.
  • Wenn man die einzelnen Stationen mit einem Stift verbindet, gibt das schon ein beeindruckendes Gewirr über den Erdball.

 

Wichtig ist, dass nicht jede Jeans genau diesen Weg zurücklegt, sondern dass er beispielhaft ist.

 

Hauptteil: Was kostet die Jeans?

 

Material:

  • Seil oder Kordel (100 cm)
  • eine Jeans
  • vorbereitete Karteikarten mit den nachfolgenden Kostenstellen sowie 
  • separate Karteikarten mit jeweils einem der Prozentwerte:
    • Arbeiter (Baumwollpflücker, Näherin, …): 1  %
    • Marke (Gewinn, Entwicklung, Design, Werbung, Verwaltung, …): 25 %
    • Einzelhandel (Geschäftsgewinn, Verkaufspersonal, Ladenmiete, …): 50 %
    • Transport (Transportkosten, Steuern, Importgebühren, …): 11 %
    • Material (Materialkosten, Kosten für Farben): 13 %

Dauer: 20 Minuten

 

Durchführung:

Zunächst einigen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf den Preis einer Durchschnittsjeans. Mit diesem Wert wird dann weitergearbeitet. Es wird eine Jeans in die Mitte gelegt und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden aufgefordert, zu schätzen, wie hoch der Kostenanteil für die Arbeiter, die Marke, den Einzelhandel, den Transport und das Material ist. Dafür können auch Karteikarten mit den entsprechenden Kostenpositionen vorbereitet werden. Im Anschluss wird mit den vorbereiteten Karteikarten aufgelöst, welcher Anteil des Verkaufspreises wer bekommt. Schließlich sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausrechnen, wie viel Euro bei den Produzenten bleibt.

(Das kann zusätzlich auch noch mit einem Seil oder einer Kordel verdeutlicht werden, die 100 cm lang ist: Die jeweiligen Anteile werden abgeschnitten und neben die Hose gelegt. Am Ende ist dann gut verdeutlicht, wo wie viel von den Kosten der Jeans bleibt.)

 

Abschluss:

Spielt mit den Kindern ausreichend, nach den beiden Info-Spielen. Als fairen Snack könntet ihr faire Kekse backen.

 

 



[1] DPSG: Arbeitshilfe Kritischer Konsum, Herausgegeben vom Bundesarbeitskreis Internationale Gerechtigkeit der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg, 2009, S. 10/11.

 

Gruppenstundenvorschlag zu „Verkehr und Energie“

Ökologischer Fußabdruck

 

Teilnehmende: mindestens 2, ab ca. 13 Jahren

Dauer: ca. 60 Minuten

Material: ein internetfähiges Gerät

 

Einstieg:

Um auf das Thema hinzuführen, kann folgender Text verwendet werden:

Wir leben auf ganz schön großem Fuß: Ökologisch betrachtet hat der durchschnittliche Deutsche Schuhgröße 37 500. So groß, etwa 4,2 Hektar, ist nämlich unser ökologischer Fußabdruck, den wir mit unserem Konsumverhalten auf der Erde hinterlassen (der weltweite Durchschnitt liegt bei etwa 2,7 ha). Diese Fläche wird zur Produktion unserer Nahrung, unserer Energie, unserer Kleidung und all der anderen Gegenstände, die wir so Tag für Tag verbrauchen, verwendet. Der Fußabdruck ist ein Maß, um CO2-Ausstoß, bebaute Fläche und alle anderen Umweltschäden darauf umzurechnen, wie viel unsere Erde auf Dauer verträgt.

Rein rechnerisch stehen jedem Menschen aber nur 1,8 Hektar zur Verfügung. Schon heute leben wir also deutlich über unsere Verhältnisse und auf Kosten zukünftiger Generationen.

Je nach Alter und Vorwissen der Teilnehmenden kann das Konzept auch noch detaillierter erklärt werden. Beispielsweise ist es interessant, welche Länder jeweils wie viel zur globalen Umweltverschmutzung und zur Biokapazität beitragen.

Mehr Infos gibt es beim wwf hier

 

Dein eigener Fußabdruck:

Wie schaut es in deiner Gruppe aus? Verbraucht ihr mehr oder weniger als der Durchschnitt? Ihr könnt einen Footprint-Rechner verwenden, um zu schauen, wie groß eure ökologische „Schuhgröße“ ist und wie ihr im Vergleich dasteht. Eine Möglichkeit ist die Homepage der BUNDjugend "Footprint Deutschland".

 

 

Wie kannst du deinen Fußabdruck verkleinern?

So viele Faktoren unseren ökologischen Fußabdruck beeinflussen, so viele Möglichkeiten gibt es, ihn zu reduzieren. Im Endeffekt läuft es darauf heraus, auf der einen Seite „normale“ Produkte durch „Bio“-Produkte zu ersetzen (oder normalen Strom durch Ökostrom), auf der anderen Seite auf viele liebgewonnene Dinge zu verzichten. An dieser Stelle lohnt es sich, zu diskutieren, ob man eher auf Fernsehen, auf eine Flugreise, auf das Essen von Fleisch, auf Konzertbesuche, auf Kaffee oder etwas anderes verzichten will (oder vielleicht auch auf mehrere Dinge? - oder jeden Tag auf etwas anderes?).

 

Gebet zum Abschluss:

Guter Gott,

du hast die Erde mit all den Pflanzen, Tieren und Menschen geschaffen, die auf ihr leben.

Doch wir achten in unserem Verhalten oft gar nicht auf die Umwelt und darauf, dass andere Lebewesen wegen uns leiden.

Bitte hilf uns, dass wir mehr auf die Wunder der Natur achten.

Lass uns unsere Gleichgültigkeit und unseren Egoismus überwinden, um deine Schöpfung für zukünftige Generationen zu bewahren.

Amen.

 

Gruppenstundenvorschlag zu „Was es sonst noch zu wissen gibt“

Faire Bücher

 

Teilnehmende: mindestens 2 ab ca. 6 Jahren

Dauer: je nach Bedarf

Material: Recycling-Papier oder fair produzierte, fertige Büchlein, Stifte (evtl. auch schauen, aus welchem Holz sie hergestellt sind bzw. faire im Internet bestellen), evtl. Material zum Verzieren

 

Einstieg:

Ein Spiel, damit sich die Teilnehmenden (TN) später konzentrieren können. Vorschlag: Tennisball-Spiel

Der Gruppenleiter wirft zunächst einen Ball zu einem TN und sagt den Namen dazu. Die TN werfen den Ball weiter, bis alle TN den Ball genau einmal hatten. In den nächsten Runden wird das Spiel immer schneller und es kommen immer mehr Bälle dazu. Dabei soll die Reihenfolge immer eingehalten werden und die TN sollen möglichst keine Bälle fallen lassen. Das Spiel fördert Gemeinschaft und soll darstellen, wie alles zusammenhängt und dass jeder seinen Teil beitragen kann, es aber insgesamt nicht zu viel (Konsum/Bälle) werden darf.

 

Außerdem (je nach Altersgruppe): Ein kurzer Einstieg und Input, in dem erklärt wird, um was es heute geht und warum „Faire“ Bücher gestaltet werden.

 

Bücher gestalten:

Je nach Art der Gruppe könnt ihr nun eine Gruppenstunden-Zeitung gestalten oder auch jede andere Art von Büchlein gestalten (Freundebücher, Tagebücher, Notizbücher, Foto-Story,...).

Dafür könnt ihr entweder Recyclingpapier verwenden und die fertigen Bücher anschließend binden (geht selbst mit Spiral- oder Klebebindung oder in Buchbinderei). Oder ihr kauft fertige Büchlein im Internet (s.o.) oder bei einer kleinen Buchbinderei/Buchhandlung/Schreibwarengeschäft, die fair gehandelte Produkte bzw. Produkte aus Recyclingpapier führt (oft auch in Werkstätten für  Menschen mit Behinderung erhältlich).

Die TN gestalten dann gemeinsam oder jeder für sich ein bzw. mehrere Bücher.

Eventuell können kleine Notizbüchlein o.ä. auch von der Gruppe gebunden und z.B. beim Weihnachtsbazar o.ä. verkauft werden.

 

Abschluss:

Je nach Gruppe. Entweder noch ein Bewegungsspiel oder gemeinsames Betrachten der Büchlein, vielleicht mit kleinen, fairen Snacks. Auch eine kurze Reflexion oder ein kleiner Info-Teil über Papierherstellung und wie man Papier sparen bzw. welches man kaufen sollte, eignen sich hier gut.

Spiritueller Impuls

1. Begrüßung und Kreuzzeichen

 

2. Lied "Deine Schuld" (Die Ärzte)

 

3. Überleitung:

"Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist. Es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt", singen die Ärzte.

Kann ich etwas dafür tun, dass die Welt nicht so bleibt, wie sie ist, dass sie ein bisschen besser wird? Vielleicht fallen mir ein paar Ideen ein, ein paar kleine Schritte…

 

4. Zeit zum Überlegen (Lied im Hintergrund) (evtl. mit Kärtchen aufschreiben)

 

5. Bibelstelle Mt 25, 31-46

"Vom Weltgericht"

31Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen. 32Und alle Völker werden vor ihm zusammengerufen werden und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet. 33Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln, die Böcke aber zur Linken. 34Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist. 35Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen; 36ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen. 37Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben? 38Und wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen, oder nackt und dir Kleidung gegeben? 39Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? 40Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. 41Dann wird er sich auch an die auf der linken Seite wenden und zu ihnen sagen: Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist! 42Denn ich war hungrig und ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben; 43 ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir keine Kleidung gegeben; ich war krank und im Gefängnis und ihr habt mich nicht besucht. 44Dann werden auch sie antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder obdachlos oder nackt oder krank oder im Gefängnis gesehen und haben dir nicht geholfen? 45Darauf wird er ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan. 46Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben.

 

6. Gebet:

Guter Gott, wenn ich mich meinen Nächsten zuwende und mich für eine bessere Welt einsetze, bist du in mir gegenwärtig und lässt etwas von deiner Gerechtigkeit aufscheinen. Lass mich nach Gerechtigkeit streben, unterstütze mich bei den kleinen Schritten, die mir oft so schwer fallen. Amen.

 

7. Segen:

Und so segne uns der menschenfreundliche Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

 

(Nach einer Idee der KLJB Bayern)