Geistliches Eck

Das Christentum ist nicht nur für die Betkammern, sondern für das ganze Leben

Diesen Spruch kennen wir Kolpinger nur allzu gut und wir rechtfertigen damit meistens unser soziales Engagement. Seit dem Wahlsonntag hat er für mich aber noch eine andere Bedeutung: Die Analyse unserer Gesellschaft zeigt, dass Menschen immer haltloser, orientierungsloser werden und Herausforderungen nicht mehr als solche annehmen können, weil sie sich machtlos fühlen und dann Angst bekommen und womöglich aggressiv um sich schlagen (oder aggressiv auftretende Menschen wählen). Sie wünschen sich, dass sich doch endlich jemand kümmern möge und „die da oben“ die Nöte sehen und sie angehen mögen, und sei es mit einfachen Parolen, die oft an der Wirklichkeit oder der Menschlichkeit vorbei gehen.

Das zeigt mir nochmal umso mehr, dass unsere Zeit des christlichen Zeugnisses bedarf: Der Zusage: Du bist nicht allein, wir sind viele, und wir haben einen starken Gott an unserer Seite, der sogar den Tod bezwingt. Es gibt keine Herausforderung, die uns aus der Bahn werfen muss, Gott ist bis in Leid und Tod hineingegangen um uns zu zeigen, dass er genau weiß, wie es um uns steht, selbst in größter Angst. Nur eines hat er nicht getan: um sich geschlagen, weder mit Worten, noch anders: sondern er wusste sich geborgen in der starken Hand Gottes, die diese Welt überwindet. Und in der Hand ist auch mein ganzes Leben aufgehoben.